CDU-Delegation besucht Utrecht

Seit über 10 Jahren pflegen die Christdemokraten des Bezirks Ostwestfalen-Lippe und der niederländischen Provinz Utrecht einen engen politischen Austausch. Maßgeblich betreut durch die Paderborner Stadt-CDU besuchte im November eine Abordnung aus der Paderstadt die Partner-Partei CDA in Utrecht (Christen Democratisch Appèl, dt. Christlich-Demokratischer Aufruf).
Die gegenseitigen Besuche stehen jeweils unter einem Thema und sollen aufzeigen, wie ähnliche Themen auf beiden Seiten jeweils bearbeitet werden. Der aktuelle Besuch stand unter der Überschrift „Stadtentwicklung" und „Berufliche Weiterbildung".

Nach einem kurzen Infogespräch mit der CDA-Fraktion wurde die Paderborner Delegation vom Utrechter Bürgermeister Aleid Wolfsen empfangen und eingeladen, an einer Ratssitzung teilzunehmen. Wichtigster Punkt der Tagesordnung war die Einführung einer Umweltzone in der Innenstadt von Utrecht, der ersten in ganz Niederlande. So ergab sich eine intensive Diskussion, der unsere Delegation trotz der Sprachbarriere inhaltlich gut folgen konnte - nicht zuletzt durch die Unterstützung unserer Begleiter. Übrigens: Die Umweltzone wurde trotz einer ganzen Reihe von offenen Fragen mehrheitlich beschlossen!

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Die Paderborner Delegation im Rat von Utrecht
v.l.n.r.: Bert Jan Polman, Werner deGroot (beide CDA Utrecht), Ulrich Striegel, Markus Bürger, Pim Walenkamp (CDA Utrecht/ verdeckt), Bürgermeister Aleid Wolfsen, Bernd Schulze-Waltrup, Walter Rövekamp, Wolfgang Glunz, Stefan Werth, CDA-Fraktionsvorsitzender Sander van Waveren


Der Freitag begann mit einer Besichtigung des Stadtteils „Leidsche Rijn". Der fehlende Wohnraum in der Metropolregion Amsterdam-Utrecht wird u.a. durch den Bau eines neuen Stadtteils bei Utrecht bekämpft. Hier soll in wenigen Jahren ein kompletter Stadtteil mit Kirchen, Einkaufszentren, einem Krankenhaus und Häusern und Wohnungen für ca. 80.000 Einwohner geschaffen werden. Nicht alle Vorgaben, die die Planer ursprünglich umsetzen wollten, ließen sich bis jetzt realisieren. So lässt sich ein gesunder Mix aller sozialen Gruppen nicht per Dekret quasi von oben bestimmen. Beispielsweise stockt der Zuzug von Ärzten und Klinikpersonal in ein für sie vorgesehenes Quartier direkt neben dem neuen Krankenhaus, oder auch dass der Bau von Kindergärten und Supermärkten seiner Zeit weit hinterher hinkt.

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An diesen Punkt schloss sich der Besuch der Berufsschule ROC Midden Nederland in Nieuwegein an. Der Begrüßung durch den Geschäftsführer Leonard Geluk schloss sich eine Führung durch die Lehrräume und einer Lehrküche inkl. Restaurant an.
Zum Erfahrungsaustausch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beruflichen Ausbildung in unseren Ländern, aber insbesondere auch den zu erwartenden Anforderungen an zukünftige Entwicklungen auch auf europäischer Ebene hatten unsere Gastgeber eine Reihe von Fachleuten eingeladen. Bert Jan Polman, Vorsitzende der Europagruppe der CDA Utrecht gab in seinem Eingangsstatement zu bedenken, dass die Probleme Europas nur gemeinsam gelöst werden können. Mit Bob van de Ven, einem ausgesprochenem Spezialisten des deutschen und niederländischen Schulsystems stellte die berufliche Ausbildung mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen gegenüber.

Einen Ausblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels gab Aart Jan de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Er stellte dem zu erwartenden Bevölkerungsrückgang in Europa die Notwendigkeiten einer geordneten Zuwanderung aus anderen Teilen der Welt insbesondere Afrikas entgegen um dem prognostizierten Facharbeiternotstand, der sich in den nächsten Jahrzehnten ergeben wird, zu begegnen und damit den Wohlstand Europas zu sichern.

Die vielen Perspektiven, Prognosen und Ideen, die in den Redebeiträgen aufgestellt und geäußert wurden, wurden im Anschluss intensiv von den anwesenden Zuhörern und den Rednern diskutiert.

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Der Abend wurde abgeschlossen mit dem Besuch eines „pannenkoekenhuizen", eines typisch holländischen Pfannkuchen-Restaurants in Lage Vuursche, einem Städtchen bei Utrecht in dem u.a. auch der Altersruhesitz Schloss Drakensteyn der ehemaligen niederländischen Königin Beatrix liegt.

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Am Samstagvormittag stand wiederum die Stadtentwicklung im Fokus. In der Innenstadt von Utrecht wird ein riesiger Bereich rund um den Bahnhof komplett erneuert inkl. Freilegung einer alten Gracht, Bau eines Symphoniehalle, Neubau der Stadtverwaltung, Bau mehrerer Wohn- und Geschäftshäuser, der Umgestaltung des gesamten Bahnhofs und Erneuerung der Infrastruktur an Straßen, Fuß- und Radwegen - ein Bauvorhaben in PPP (Public-Private-Partnership) mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden EURO (!).

Zum Abschluss wurden sowohl für den kommenden Kommunalwahlkampf als auch für die Europawahl gemeinsame Veranstaltungen und ein Gegenbesuch beschlossen.

Weitere Fotos vom unserem Besuch in Utrecht finden Sie hier!

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