Pressemitteilung 22.04.2015

 

 

 

Sieveke begrüßt Anerkennung des Völkermords:


„Türkei muss historische Schande endlich aufarbeiten!"


Paderborn. Der Paderborner Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des NRW-Innenausschusses, Daniel Sieveke (CDU), begrüßt den Bundestagsantrag zum Völkermord 1915 in der Türkei.

Sieveke: „Im 100. Jahr dieser schrecklichen Ereignisse muss die türkische Regierung endlich mit der Aufarbeitung beginnen!" So wie viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland schon lange eine öffentliche Befassung mit dem Thema forderten, so seien gerade in Paderborn und der Region Ostwestfalen-Lippe auch etliche Nachfahren der Opfer des Genozids bis heute verunsichert aufgrund der bisher unklaren Position der Bundesrepublik. „Insbesondere die vielen syrisch-orthodoxen Christen in Paderborn und OWL mahnen seit zig Jahren zur Erinnerung und Aufklärung, und sie stehen dabei auf der Seite wissenschaftlich gesicherter historischer Dokumente!", so der CDU-Politiker.


Selbstverständlich hätten Deutschland und die Türkei vielseitige gemeinsame Interessen. Als gemeinsame Partner in der NATO und als Handelspartner genauso wie in Fragen der Migration, des Tourismus und in vielerlei anderer Hinsicht. Gerade diese enge Zusammenarbeit dürfe jedoch nicht dazu führen, vermeintlich „sensible" Themen zu verschweigen oder gar zu tabuisieren: „Der Völkermord an und die Deportationen von Armeniern, Aramäern und Pontosgriechen, der 1915 in der Türkei stattgefunden hat, ist in der Türkei immer noch ein Tabu.

Umso wichtiger ist es, dass die deutsche Öffentlichkeit und die vielen hier lebenden Menschen aus der Türkei offen mit dem Thema umgehen.Gerade wir Deutschen haben immer eine Erinnerungskultur gepflegt, die auch die dunkelsten Stunden der eigenen Geschichte nicht verdrängt!" In diesem Kontext sei es zudem erforderlich, auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass das damalige Deutsche Kaiserreich als militärischer Partner des Osmanischen Reiches nachweislich von den Ereignissen wusste. „Ob damit auch Deutschland eine Mitschuld trifft, das ist schwer zu beantworten. Auf jeden Fall muss die heutige Bundesrepublik sich für die Aufklärung und Sicherung der geschichtlichen Ereignisse einsetzen, wir haben zumindest eine historische Mitwisserschaft zu verantworten!"

Dass bis zu 1,5 Millionen Menschen, überwiegend christlichen Glaubens, in der Geschichte der Türkei systematisch verfolgt und getötet worden sind, das sei im Übrigen ein Schandmal der Geschichte, welches die Tore zur Europäischen Union festverschlossen halten müsse für eine Türkei, die dieses unaufgeklärt, verdrängt und tabuisiert lasse.


Sieveke habe selbst zahlreiche Gespräche zum Thema Genozid geführt in den letzten Jahren, insbesondere im Rahmen einer Türkeireise als Landtagsabgeordneter 2012. Der Paderborner ist zudem Mitglied in der Parlamentariergruppe NRW-Türkei des Landtags: „Die Armenier bezeichnen den Genozid als ‚Aghet‘, die Aramäer nennen ihn ‚Seyfo‘, der Papst hat zurecht vom ‚ersten Völkermord im 20. Jahrhundert‘ gesprochen.", so Sieveke weiter.

Daher sei es nun endlich an der Zeit, dass der Bundestag mit dem vorliegenden Antrag für Deutschland unmissverständlich Position beziehe wie es zuvor schon andere Staaten getan haben.
Für seinen Wahlkreis, die Stadt Paderborn, arbeitet Sieveke übrigens bereits seit geraumer Zeit an einem Symbol der Erinnerung und der Mahnung zur Verfolgung von Christen in der Welt und in der Menschheitsgeschichte.
„Gemeinsam mit einer Paderborner Kirchengemeinde und einigen bereitwilligen Spendern stehe ich in guten Gesprächen zur Umsetzung eines Denkmals für verfolgte Christen in der Welt, hier bei uns vor Ort und noch in diesem Jahr.", erklärt Sieveke. Man sei sich über Standort und Ausgestaltung in Form eines Gedenksteines bereits weitgehend einig, auch die Finanzierung sei bereits größtenteils geklärt: „Wir wollen in Paderborn gemeinsam ein Zeichen setzen, das sowohl an das Jahr 1915, als auch an andere historische Wegmarken des Schreckens und der Verfolgung von Christen erinnert." Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich bei Daniel Sieveke melden unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

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